An(ge)dacht

Ich wünsche dir, dass du neugierig bleibst,
auf den Tag, der dir geschenkt wird,
interessiert an den Menschen, die dir begegnen,
offen für das Leben, das dich überraschen will.
Ich wünsche dir, dass du dich immer wieder so jung fühlst
wie ein Morgen im Mai. 
 
Tina Willms

Liebe Gemeinde,

der Glaube ist der Dreh- und Angelpunkt beim Christsein. Um ihn dreht sich alles, und ohne ihn ist unser ganzes Christsein nichts. Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft – heißt es im Monatsspruch Mai. Eine feste Zuversicht und Hoffnung ist etwas Herrliches, wo in unserer Zeit heute so vieles nur unbestimmt, vage bleibt. Gerade dann entwickelt sie ihre Kraft. Glaube als feste Zuversicht kommt aber nicht von allein. Wie jede Form von Vertrauen entsteht er in einer Beziehung.
Ich glaube dir, heißt: ich verlasse mich auf dich. Niemand wird sich auf einen notorisch Unzuverlässigen verlassen. Wenn ich mich auf eine andere Person verlasse, dann deshalb, weil sie sich mir als eine Person gezeigt hat, auf die Verlass ist. In diesem Sinne wird mein Glaube nicht von mir hervorgebracht, sondern von dem, dem ich glaube oder an den ich glaube.
Der Glaube beruht auf Erfahrung, die Menschen mit einer Macht gemacht haben, die nicht aus ihnen selbst kommt. Der Glaube wird durch das Evangelium von Jesus Christus hervorgebracht, mit dem Gott uns anspricht. Der Glaube kommt aus dem Hören (Röm 10,17). Er kommt zum (und nicht etwa aus dem) Menschen (Gal 3, 23 – 25). Und er kommt so zum Menschen, dass er ihn ganz bestimmt: seinen Leib und seine Seele, sein Fühlen, Wollen und Denken. Der Glaube prägt dann unser ganzes Leben. Unseren Glauben können wir durch die Erfahrung anderer stärken. Im 11. Kapitel des Hebräerbriefes wird eine ganze Wolke von Glaubenden aufgezählt: Henoch, Noah, Abraham, Sara, Isaak, Josef, Mose und Rahab. Zur Stärkung unseres Glaubens brauchen wir die anderen Glaubenden, die Gemeinschaft der Glaubenden.
In den Monaten April und Mai feiern wir viele Feste des Glaubens: Taufen, Taufgedächtnis,
Konfirmationen und Trauungen. Sie sind unser »Ja, mit Gottes Hilfe« als Antwort auf das Ja, das Gott zu uns gesprochen hat. Gemeinsam erleben wir in ihnen die tragende Kraft des Glaubens und sind dabei verbunden mit unseren Müttern und Vätern des Glaubens und der weltweiten Christenheit.

Ihr Pfarrer Burkhard Nitzsche

Monatspruch April

Jesus Christus spricht:
Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.

Johannes 20, 21

Mai 2018