An(ge)dacht

Liebe Besucher unserer Internetseite,

es war Anfang September. Mit Frauen und Männern aus unserer Gemeinde konnten wir wunderbare Sonnentage in der Wachau genießen. Ein Abstecher in einen kleinen Ort in der Nähe des Klosters Melk ließ uns sehen, was mich seitdem nicht mehr loslässt: den Schnitzaltar des Meisters von Mauer.

Mit Meister des Altars von Mauer bei Melk wird ein namentlich nicht bekannter Bildschnitzer der Gotik bezeichnet, der um 1500 bis 1525 tätig war. Er erhielt seinen Notnamen nach seinem Werk, dem Altar für die Wallfahrtskirche von Mauer bei Melk. Das um 1510 entstandene Werk gilt als ein Wunder gotischer Schnitzkunst im österreichischen Donauraum. Der Mittelteil des Altars zeigt Maria mit Kind und Heilige, auf den Seitenflügeln sind Szenen aus dem Marienleben dargestellt. Das Relief der Geburt Jesu entstand nach einem Kupferstich von Martin Schongauer.

Weihnachten braucht nicht viel. Das Relief beschränkt sich auf die Hauptfiguren. Maria, Josef und das Kind. Ochs und Esel haben gerade noch einen Platz.

Weihnachten braucht nicht viel Schnickschnack. Gerade durch das Viele, das wir meinen zu brauchen, könnte das Wesentliche verschüttet werden. Das ist ein gutes Vorhaben für dieses Fest: Was kann ich weglassen, um mich besser auf das Wesentliche zu konzentrieren?

Ein winziges Kind verändert alles. Kaum zu sehen ist das Kindchen auf dem Tuch der Maria. Gott macht sich ganz klein, hilflos. In der hintersten Ecke der wird sein Sohn geboren – in Bethlehem am Hirtenfeld. Dieses kleine Kind wird die ganze Welt verändern. Wie wichtig es ist, das Kleine wahrzunehmen und ihm Raum zu geben.

Doch einige Figuren auf dem Relief habe ich bisher unterschlagen: Engel. Sie stehen für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Gottes Botschaft der Liebe tragen sie in unsere Welt und unsere Lieder, unseren Dank, unser Bitten in Gottes Himmel. Der Himmel ist offen. Auch das ist Weihnachten. Gott sei Dank.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Christfest mit dem Blick für das Wesentliche, die Wahrnehmung des Kleinen und die Freude über den offenen Himmel.

Ihr Pfarrerin Uta Krusche-Räder

Monatspruch Januar

Gott
ist treu.

1.Korinther 1,9

Schnitzaltar des Meisters von Mauer bei Melk

Meister des Altars von Mauer bei Melk:
Schnitzaltar der Wallfahrtskirche Mauer bei Melk 

Geburt Jesu

Foto: Uta Krusche-Räder

Ein Taufbekenntnis

Ich bin getauft.
Ich bin unterwegs mit allen,
die zum Volk Gottes gehören.
Ich glaube,
dass Gott mich zu einem guten Ziel führt.
Ich lebe in der Freiheit, die er mir schenkt.
Ich bekenne mich
zur Gemeinschaft aller Getauften.
Deshalb will ich suchen, was Frieden schafft,
tun, was der Gerechtigkeit dient,
wählen, was Leben fördert.
Ich weiß, wie schwer es mir fällt,
dieses durchzuhalten.
Darum bin ich froh, dass Gott mir vergibt.
Es gebe mir zum Wollen auch das Vollbringen.
Amen