An(ge)dacht

Liebe Gemeinde,

die Tage sind wieder kurz, die Nächte lang, die Bäume kahl und die Temperaturen sinken. Doch diese Veränderungen weisen uns auf eine besondere Sache hin: Die Advents- und Weihnachtszeit steht an. Wir bereiten uns innerlich und äußerlich auf das Fest der Liebe vor. Wir versuchen die Harmonie und Wärme dieser Zeit auch in unsere Taten umzusetzen. Menschen sind spendenwilliger, freundlicher zueinander und geben sich gegenseitig Unterstützung. Trotz des typischen Weihnachtsstresses mit Dekoration, Plätzchen backen, Geschenke besorgen und Weihnachtsmarktbesuchen steht doch eines in unserem Handeln im Mittelpunkt: sich gegenseitig kleine und große Freuden zu machen und Zeit miteinander zu verbringen.

Was für einen schönen Effekt dieses Fest der Liebe doch auf unser Miteinander hat. Doch so schnell es kommt, so schnell ist es auch wieder vorbei und mit dem Jahreswechsel gehen wir doch zügig zurück in den Alltag. Der Weihnachtsstress ist vorbei und damit auch, das anstrengende freundlich sein, oder?

Dieses Mal vielleicht nicht, denn die Jahreslosung 2024 gibt uns einen ganz klaren und leicht verständlichen Auftrag:

»Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.«
1. Korintherbrief 16,14

Eigentlich gilt dieses Wort immer. Liebe ist eine christliche Lebenshaltung. Jesus trägt uns schließlich nicht nur einmal die Nächstenliebe auf. Doch nun haben wir sie im Jahr 2024 tatsächlich auch als Jahresmotto. Paulus spricht diese Worte damals im Brief an die Gemeinde in Korinth als Machtwort, denn dort ging es wohl 50 n. Chr. drunter und drüber. Durch die vielen sozialen und kulturellen Unterschiede der Gemeindeglieder kam es zu Streitereien und Konflikten. In seinem letzten Briefabschnitt, der aus Grüßen und Wünschen besteht, verfasst er auch diesen Auftrag, um der Gemeinde Frieden zu verschaffen.

Aber was in Worten ganz leicht klingt, ist das in Taten auch so einfach? Sicher nicht. Wäre die Welt geheilt, wenn alle Menschen nach diesem Grundsatz handeln? Ich glaube nicht, dafür interpretiert jeder Mensch die Liebe etwas anders. Dafür können manche angeblichen Liebestaten genauso schmerzhaft und verletzend sein, wenn man den Menschen dabei nicht richtig versteht.

Aber zum Glück gibt Paulus eine lange Beschreibung der Liebe ab und zwar nur 3 Kapitel vorher. Er beschreibt die Liebe als geduldig, freundlich, nachsichtig, selbstlos, demütig und vieles mehr (1. Kor. 13). Eine Anleitung zum »richtig Lieben« sozusagen und eine Beschreibung der Liebe Jesu Christi zu uns. Und so hilft es uns auch, die Jahreslosung in die Tat umzusetzen. Mit vielen kleinen aber vielleicht auch manchmal großen Gesten. Sich selbst zurücknehmen und den anderen damit Unterstützen, wie unser Bild so wunderbar zeigt.

Und dann, wenn wir alle danach handeln, ist die Welt vielleicht nicht gleich geheilt, aber doch ein bisschen besser, harmonischer, weihnachtlicher und zwar das ganze Jahr über.

In diesem Sinne wünsche ich: Frohe Weihnachten und ein gesundes und liebevolles Jahr 2024!

Diakonin Deborah Gräßer

Monatsspruch Februar

Alle Schrift, von Gott eingegeben,
ist nütze zur Lehre,
zur Zurechtweisung,
zur Besserung,
zur Erziehung in der Gerechtigkeit.  

2.Timotheus 3,16

Bild: Deborah Gräßer