An(ge)dacht

Liebe Besucher unserer Internetseite,

mit dem Blick auf die Spanne zwischen letzten Ferientagen und dem Erntedankfest, die diese Kirchennachrichten umfassen, bin ich auf ein Gedicht von Hermann Hesse gestoßen. Es erinnert mich daran, die guten und schönen Erfahrungen, wie sie vielleicht die Urlaubs- und Ferientage mit sich bringen, bewusst in meine Lebenswelt hinein festzuhalten. Es erinnert mich daran, dankbar mir von den Geschenken der Schöpfung, die in der Natur und in guten Begegnungen immer wieder aufleuchten, das Herz weiten zu lassen. Und es erinnert mich daran, dass durch solche Schönheit ein „Heimwehreich“ mir schon entgegenscheint. Unsere Welt ist berührt von Gottes Gegenwart. Das dürfen wir uns immer wieder sagen. So wie wir dazu aufgefordert werden mit dem Spruch des Monats August: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“ (Mt 10,7)

Ihr Pfarrer Cornelius Epperlein

 

Hermann Hesse: Es gibt so Schönes

Es gibt so Schönes in der Welt,
Daran du nie dich satt erquickst
Und das dir immer Treue hält
Und das du immer neu erblickst:
Der Blick von einer Alpe Grat,
Am grünen Meer ein stiller Pfad,
Ein Bach, der über Felsen springt,
Ein Vogel, der im Dunkel singt,
Ein Kind, das noch im Traume lacht,
Ein Sterneglanz der Winternacht,
Ein Abendrot im klaren See
Bekränzt von Alm und Firneschnee,
Ein Lied am Straßenzaun erlauscht,
Ein Gruß mit Wanderern getauscht,
Ein Denken an die Kinderzeit,
Ein immer waches, zartes Leid,
Das nächtelang mit feinem Schmerz
Dir weitet das verengte Herz
Und über Sternen schön und bleich
Dir baut ein fernes Heimwehreich.

Monatspruch September

Was hülfe es dem Menschen,
wenn er die ganze Welt gewönne
und nähme doch Schaden
an seiner Seele?

Matthäus 16,26​

Breitachklamm Oberstdorf/Kleinwalsertal

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