An(ge)dacht

Liebe Gemeinde,

wenn die neuen Kirchennachrichten bei Ihnen liegen, dann ist gerade das Ende des Weihnachtsfestkreises erreicht – mit Mariä Lichtmess am 2. Februar enden die Sonntage nach Epiphanias, nach dem Fest der Erscheinung des Herrn.

Klingen Sie bei Ihnen noch nach die weihnachtlichen Gefühle? Oder ist schon längst wieder alles Alltag? Oder halten Sie es wie wir mit Nachbarn und Familie, dass wir dies begehen mit dem Weihnachtsbaum in der Feuerschale? Und der Glühwein in der Tasse, wie die Bratwurst vom Grill sind geradezu eine Erinnerung an Weihnachtsmärkte der vergangenen Jahre. Oder steht der Winterurlaub gerade im Mittelpunkt des Planens und der Vorfreude? Oder duftet sich schon aus mancher aufsprossender Knospe der zeitige Frühling in Ihr Herz, verwirklicht so Osterahnung? Und wird darin gerade wieder klar, dass es gut ist, einen zarten, tastenden Weg dahin zu gehen, das dann, aber erst dann – ja, erst mit den nächsten Kirchennachrichten auf dem Tisch – Ostern werden kann?

Weil alles seine Zeit braucht.
Alles ein Weg ist.
Alles Werden ist.
Weil Leben Zukunft braucht.
Hoffnung, das wird,
was versprochen ist
und geglaubt werden darf
in Geduld
und immer neuer Freude,
des Davor
vor der Erfüllung.

Und so lassen wir das Kind in der Krippe nicht hinter uns, sondern lassen es in uns wachsen zu dem, der uns wachsen lässt ins wirkliche Leben. Christus, lässt uns wachsen in ein Leben, das für uns alle bedroht wie angefochten ist und immer wieder schön. Dahin gilt es, sich mit voller Kraft aufzumachen: „Seht wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten vom Menschensohn.“ (Lk 18,31 – Wochenspruch des Sonntags Estomihi – Sei mir ein starker Fels – des Sonntags vor der Passionszeit)

Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Beginn der Passionszeit ist wie ein zeitverkürztes Erwachsenwerden. Die Wirklichkeit holt den ungebrochenen kindlichen Frohmut ein. Und vom nur zu ahnenden Osterlicht, von der Ostergewissheit kichert schon ein Lächeln, das sagt: Doch!

Es gibt uns einen Segen mit in diese Zeit des Großwerdens im Glauben:

Geht den Weg in die kommende Zeit.
Geht in die Passionszeit in den Spuren Jesu.
Betrachtet sein Leiden mit Ehrfurcht.
Spürt seine Liebe.
Er wird euch begleiten.
In Glück und Versagen
bleibt Gott euch treu.
Glaubt daran,
was an Liebe Euch trägt.

Ihr Pfarrer Cornelius Epperlein

Monatsspruch Januar

Jesus Christus spricht:
Kommt und seht!

Johannes 1,39

 

Das Kreuz