An(ge)dacht

Liebe Besucher unserer Internetseite,

mit dem Ende des Sommers ist ein Datum unseres Kirchenjahreskalenders vergangen, das in der Regel nicht allzu viel Beachtung findet – der 29. September: „Tag des Erzengels Michael und aller Engel“. Und recht bald werden wieder viele Engel vom Boden und aus den Kisten geholt, ja haben sie in der Advents- und Weihnachtszeit geradezu Hochkonjunktur. Beides für mich Anlass diesen Boten Gottes ein wenig auf die Spur zu kommen. Ein Engelsbild will mir dafür Hilfe sein.

So niedlich der Engel auf dem Bild auch ist – kindlich, mit lockigem Haar–, er symbolisiert eine wichtige Aufgabe der Engel. Davon erzählen ausführlich die Evangelien: Die Engel sind Boten Gottes. Ihr Eingreifen, ihre Botschaften sind unverzichtbar für den Fortgang der Heilsgeschichte. Gabriel verkündet Maria die Geburt eines Sohnes. Was wäre gewesen, wenn Maria Nein gesagt hätte? Der Engel bewegt Josef dazu, bei Maria zu bleiben. Was wäre sonst geschehen? Ohne die Engel auf dem Feld hätte niemand Notiz genommen von der Geburt in Bethlehem. Und ohne die Warnung an Josef, Mutter und Kind vor den Häschern des Herodes zu schützen – gar nicht auszudenken

Lang ist es her, doch ich möchte noch einmal auf das Bild hinweisen. Der niedliche Engel hält ein Buch in der Hand. Ich sehe darin das Wort Gottes – die Botschaft von Gott, die wir bis heute haben. Und die immer wieder ungehört, ungelesen bleibt. Oder gehört und gelesen und trotzdem folgenlos. Dann wünsche ich mir manchmal einen Engel, der mich darauf hinweist. Denn das ist doch der Aufgabe eines Engels würdig: die Botschaft Gottes, sein Wort, den Menschen näherzubringen.

Das kann jede und jeder. Dazu braucht es keine theologische Vorbildung, sondern nur Bereitschaft und – Verantwortungsbewusstsein. Denn eines lerne ich aus den biblischen Engel-Geschichten: Wo Engel mit der Botschaft Gottes in das Leben eines Menschen treten, da ändert sich dieses Leben radikal. Da bleibt wenig, wie es vorher war. Doch es ändert sich zum Guten. Das heißt nicht, dass dann alles einfach ist, dass es kein Leid gibt, doch das Leben steht dann unter einem anderen Stern, in einem anderen Licht.

Der kleine Engel mit dem Buch sagt mir dreierlei:

  • Vergiss nicht das Wort Gottes.
  • Sei sensibel für Engel, die dich anstupsen, wenn du es vergisst.
  • Werde selber zum Engel, der Gottes Botschaft weiterträgt.

Ihr Pfarrer Cornelius Epperlein

Monatspruch November

Und ich sah die heilige Stadt,
das neue Jerusalem,
von Gott aus dem
Himmel herabkommen,
bereitet wie eine geschmückte
Braut für ihren Mann.

Offenbarung 21,2

Kleiner Engel mit Buch