An(ge)dacht

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Almosen…?!

In unserem Monatsspruch für den Oktober ist von „Almosen“ die Rede. Was verstehen wir heute darunter? Das Wort hat in einer Zeit sozialer Absicherung einen Bedeutungswandel durchgemacht.

Almosen, das klingt negativ, nach viel zu wenig. Keiner will von Almosen abhängig sein. Almosen, das ist doch fast etwas Beleidigendes. Mehr als ein Almosen ist dir dieser Mensch nicht wert?

Almosen als etwas Hingeworfenes, fast Verächtliches. Auf jeden Fall doch viel zu wenig!

Wir brauchten doch eher viel größere Summen, um Hilfebedürftigen beizustehen!

Im Alten und im Neuen Testament, also in der gesamten Heiligen Schrift gehört Almosengeben als etwas Gutes und Richtiges allerdings zu unverzichtbaren Ausdruck des Glaubens.

Das Wort ist noch da, aber der Bedeutungswandel ist deutlich. 

Es geht doch aber hier gar nicht um die Höhe einer Gabe oder Spende. Geht es nicht vielmehr um die Haltung, mit der ich gebe?

In unseren Erntedankgottesdiensten hören wir jedes Jahr: „Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat“ Wichtiger ist also das, worauf wir unser Leben bauen. Worauf kann ich mich wirklich verlassen? Etwas Festes wie Besitz zu haben ist schon beruhigend, aber sich nur darauf verlassen?  Also könnten wir schon was davon abgeben? Wir müssen es ja nicht mehr unbedingt „Almosen“ nennen. Jedenfalls lesen wir in unserer Bibel auch noch: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“.

Ihr Pfarrer Andras Günzel

Monatspruch November

Aber ich weiß,
dass mein Erlöser lebt.

Hiob 19,25

Die Liebe ist rein und wirksam

Gewölbemalerei St. Marien:
Charitas 
Die Liebe
(mit Knaben und vor Almosenkasten)

Inschrift: Die Liebe ist rein und wirksam.

Foto: Annemarie Träger