An(ge)dacht

Wir sind in den heißen Monaten angekommen. Wir spüren, dass unser Körper Flüssigkeit, Wasser braucht. Wir sind schneller durstig. Was es bedeutet, Durst zu haben, wissen wir alle. Wie erquickend kann doch ein Schluck Wasser sein nach einem heißen Tag oder nach schwerer körperlicher Arbeit. Ohne Flüssigkeit könnten wir nicht lange leben. Wasser ist lebensnotwendig. Unser Organismus braucht es, um existieren zu können.

Auch in der Bibel gibt es viele Wasser-Geschichten oder Geschichten vom Durst. Die Geschichten spielen oft an einem Brunnen, denn dort kam man täglich zusammen. Der Brunnen war ein wichtiger Treffpunkt. Dort wurden Neuigkeiten ausgetauscht, Kontakte hergestellt, Gespräche über Gott und die Welt geführt. Dort begann manche Liebesgeschichte oder Ehe.  Mose lernt seiner Frau Zippora am Brunnen kennen (2. Mose 2, 16-22), ein Diener Abrahams bahnt die Ehe zwischen Isaak und Rebekka an einem Brunnen an (1. Mose 24) und Jesus führt ein langes Gespräch mit einer Frau aus dem Nachbarland Samaria an einem Brunnen (Johannes 4, 1-30).  Dabei spricht er von einem Wasser, das allen Durst löscht: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten;  wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. (Johannes 8,13). 

Jeder Mensch braucht Wasser zum Leben. Die Menschen im Volk Israel feierten jedes Jahr ein Fest, bei dem das Wasser eine besondere Rolle spielte, das Laubhüttenfest. Sie dachten dabei in Dankbarkeit an die Wüstenzeit zurück. Gott hatte das Volk damals durch Wasser, das aus einem Felsen hervorsprudelte, vor dem Verdursten gerettet. Mit dem Rückblick auf diese Zeit verbanden sie die Bitte um Regen für die Ernte.

Jesus sagt einmal: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Johannes 7,38)

Lebendiges Wasser - damit ist im Orient Quellwasser gemeint im Gegensatz zum abgestandenen Wasser einer Zisterne. Lebendiges Wasser ist fließendes Wasser. Lebendiges Wasser will fließen, überfließen. Im Kloster Maulbronn gibt es einen Brunnen, der uns das vor Augen führt: Aus der Tiefe steigt das Wasser auf und füllt die oberste Schale. Wenn diese gefüllt ist, fließt es in die nächste und so weiter bis zur Schale ganz unten. Lebendiges Wasser kann nicht festgehalten werden Es will weiter gegeben werden. Wir alle können Röhren, Wasserspeier, Behältnisse sein, durch die lebendiges Wasser weiterfließt. Erzählen Sie sich doch einmal Geschichten von den Brunnen in Ihrem Leben. Und: vergessen Sie das Trinken nicht!

Pfarrer Burkhard Nitzsche

Brunnen und Quellen

Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Johannes 7,38

Abkühlung