An(ge)dacht

Liebe Leserinnen und Leser,

Mancher trägt es als Silberkettchen am Hals, mancher als Tattoo auf der Haut: Kreuz, Herz und Anker. Diese drei Symbole stehen für die Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung, die nach Paulus Ewigkeitswert haben. Dass die Hoffnung durch einen Anker symbolisiert wird, hängt auch;  mit dem Bibelvers zusammen, der für Mai 2026 der Monatsspruch ist: „Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“
Das Bild vom Anker stammt aus der Seefahrt. Der Anker ist mit dem Schiff durch ein starkes Tau oder eine Eisenkette verbunden. Man wirft ihn über Bord, damit er im Seegrund haftet und das Schiff an seinem Platz festhält. Das ist ein schönes Bild für die christliche Hoffnung, mit der wir sozusagen auf unserem „Lebensschiff “ unterwegs sind.
In bedrohlichen Stürmen, aber auch in langweiligen Flauten können wir sicher vor Anker liegen. Wir sind verankert in Gottes Ewigkeit, die jenseits von all den Stürmen des Lebens liegt. Wir sind verankert in Jesus Christus, der den Tod und alle bedrohlichen Mächte besiegt hat.

Hoffnung ist so etwas wie eine unsichtbare Nabelschnur, die mich mit Gottes unendlichen Möglichkeiten verbindet. Noch im dicksten Schlamassel werde ich gehalten – selbst wenn ich sterbe.
Der Hebräerbrief beschreibt die wohltuenden Auswirkungen der Hoffnung so: „Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.“ Solche Festigkeit und Hoffnung können wir gerade in der Zeit, die wir aktuell durchleben, mehr als gut gebrauchen.
Unsere Welt befindet sich in vielen Wandlungsprozessen. Ordnungen und Werte, die über Jahrzehnte getragen haben, werden plötzlich angezweifelt oder verlieren an allgemeiner Verbindlichkeit. Auch unsere Kirche befindet sich in einem Prozess der Veränderung, dessen Ergebnis noch nicht abzusehen ist. Da ist es umso mehr wichtig, dass wir uns immer wieder an die Grundlagen unseres Glaubens erinnern und sie leben.

Das Wort der Bibel in einem Losungswort, im Gottesdienst oder in einer Gemeindegruppe geteilt, gibt uns festen Grund, Trost und Gewissheit. Das Gebet gibt uns einen Raum, allein oder mit anderen vor Gott auszubreiten, was uns bewegt, besorgt macht oder Freude gibt. Die Gemeinschaft mit anderen Christen holt uns aus der Vereinzelung und stellt unser Leben in neue Bezüge.
Gottes Wort, Gebet und Gemeinschaft sind keine alten Hüte, sondern Kraftquellen, Anker, Grundlagen, die Christen und Kirche durch die Jahrhunderte getragen haben. Auch in Zukunft werden diese grundlegenden Dinge unser Christsein und unseren Glauben prägen und stärken.

Pfarrer Burkhard Nitzsche

Monatsspruch April

Jesus spricht zu Thomas:
Weil du mich gesehen hast,
darum glaubst du?
Selig sind, die nicht sehen
und doch glauben!

Johannes 20,29

 

Ankernde Boote